Westfjorde in Island – wilde Fjorde abseits der bekannten Routen
Die Westfjorde, auf Isländisch Vestfirðir, liegen im äußersten Nordwesten des Landes und wirken fast wie eine eigene kleine Welt. Die Landschaft ist geprägt von tief eingeschnittenen Fjorden, steilen Berghängen und einer langen, zerklüfteten Küste. Viele Orte sind klein und weit voneinander entfernt, was die Region besonders ruhig und ursprünglich macht.
Im Vergleich zu anderen Regionen Islands sind die Westfjorde deutlich weniger besucht. Genau das macht ihren Reiz aus: Statt großer Sehenswürdigkeiten im Minutentakt stehen hier Weite, Natur und das Unterwegssein im Vordergrund. Wer Island nicht nur sehen, sondern wirklich erleben möchte, findet in den Westfjorden perfekte Bedingungen für eine entschleunigte Reise.
Unterwegs entlang der Fjorde – warum die Küstenstraßen selbst ein Highlight sind
In den Westfjorden ist nicht nur das Ziel spannend, sondern vor allem der Weg dorthin. Die Straßen schlängeln sich entlang der Fjorde, führen über kleine Pässe und geben immer wieder den Blick auf das Meer frei. Hinter jeder Kurve wartet eine neue Perspektive auf die Landschaft, oft mit kaum einem anderen Auto weit und breit.
Besonders rund um den Ísafjarðardjúp, einen der größten Fjorde im westen Islands, reiht sich Aussichtspunkt an Aussichtspunkt. Kurze Stopps lohnen sich fast überall – sei es für Fotos, eine kleine Pause oder einfach, um die Stille zu genießen. Genau dieses Gefühl von Freiheit macht die Küste der Westfjorde so besonders und perfekt für einen Roadtrip mit dem Camper oder Mietwagen.
Auf der folgenden Google-Maps-Karte findest du die schönsten Orte und Stopps in den Westfjorden übersichtlich eingezeichnet. So bekommst du ein gutes Gefühl für die Entfernungen und kannst dir deine Route je nach verfügbarer Zeit flexibel zusammenstellen.
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Dynjandi – der bekannteste Wasserfall der Westfjorde
Der Wasserfall Dynjandi gilt für viele als das Wahrzeichen der Westfjorde – und das völlig zu Recht. Statt eines einzelnen Falls erwartet dich hier eine ganze Reihe von Wasserfällen, die sich fächerförmig den Hang hinunterziehen. Von unten wirkt Dynjandi fast wie ein riesiger Vorhang aus Wasser, der sich über die Felsen legt.
Vom kostenpflichtigen Parkplatz führt ein gut ausgebauter Weg nach oben, vorbei an mehreren kleineren Wasserfällen, die bereits für sich genommen sehenswert sind. Je höher man kommt, desto beeindruckender wird der Blick auf den großen Hauptfall. Die Wanderung ist nicht lang und auch ohne große Kondition gut machbar, was Dynjandi zu einem idealen Stopp auf dem Weg entlang der Küste macht.
Dynjandi liegt am Arnarfjörður und passt perfekt in jede Erkundung der Westfjorde. Auch wenn hier etwas mehr los ist als an vielen anderen Orten der Region, verteilt sich der Besucherstrom gut, und mit ein paar Minuten Abstand findet man schnell ruhige Momente für Fotos und zum Genießen der Landschaft.
Látrabjarg Klippen – Vogelbeobachtung am westlichsten Punkt Islands
Die Látrabjarg Klippen gehören zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in den Westfjorden. Über mehrere Kilometer ziehen sich die steilen Felsen entlang der Küste und fallen fast senkrecht ins Meer ab. Hier befindet sich auch der westlichste Punkt Islands, was dem Ort zusätzlich eine besondere Bedeutung gibt.
Vor allem im Sommer ist Látrabjarg ein Paradies für die Vogelbeobachtung. Unzählige Seevögel nisten in den Felswänden, darunter auch Papageitaucher, die man hier oft aus nächster Nähe sehen kann. Mit etwas Geduld lassen sich tolle Beobachtungen machen, ohne dass man weit laufen muss.
Die Anfahrt erfolgt über eine längere Schotterstraße, die stellenweise viele Schlaglöcher hat und etwas Zeit braucht. Genau deshalb lohnt es sich, den Besuch nicht nur als kurzen Fotostopp einzuplanen. Wer sich etwas mehr Zeit nimmt, kann entlang der Klippen auch richtig schöne Wanderungen unternehmen und die Landschaft in Ruhe auf sich wirken lassen.
Trotz der beeindruckenden Natur ist Vorsicht geboten. Die Klippen sind hoch, der Untergrund kann rutschig sein und der Wind ist oft stärker als man denkt. Außerdem ist es wichtig, genügend Abstand zu den Vögeln zu halten, damit sie nicht gestört werden und ihre Nistplätze behalten.
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Rauðisandur – heller Sandstrand inmitten der Westfjorde
Der Rauðisandur ist einer der ungewöhnlichsten Strände in ganz Island. Statt schwarzem Vulkansand erwartet dich hier ein weiter Sandstrand in warmen Rot-, Gold- und Rosatönen, die je nach Licht ganz unterschiedlich wirken. Die Bucht ist riesig und oft fast menschenleer, was dem Ort eine ganz besondere Stimmung verleiht.
Der Strand liegt abgeschieden am Rand der Westfjorde und öffnet sich Richtung Breiðafjörður. Die Anfahrt erfolgt über eine längere Schotterstraße, die sich in vielen Kurven den Hang hinunterzieht. Sie ist gut machbar, braucht aber etwas Zeit und Aufmerksamkeit. Für grössere Camper ist die Strasse eher ungeeignet.
Unten angekommen, steht man allerdings noch nicht direkt vorne am Wasser. Bis zum eigentlichen Strandbereich ist es ein gutes Stück, das man zu Fuß entlang der Bucht zurücklegt. Gerade dieser längere Spaziergang macht den Besuch aber besonders schön. Man hat viel Platz, kaum andere Menschen um sich herum und kann die Größe dieses Strandes erst richtig einschätzen, wenn man ein Stück hineinläuft. Wer etwas Zeit mitbringt, erlebt hier einen der ruhigsten und weitläufigsten Orte der Westfjorde.
Ísafjörður – größte Stadt und Hauptstadt der Westfjorde
Ísafjörður ist die größte Stadt in den Westfjorden und liegt besonders schön auf einer kleinen Halbinsel mitten im Fjord Ísafjarðardjúp. Umgeben von steilen Bergen und Wasser wirkt der Ort fast wie eingerahmt von der Landschaft, was schon bei der Ankunft einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Von Ísafjörður aus lassen sich gut kleinere Ausflüge unternehmen. Besonders eindrücklich ist der Bolafjall Aussichtspunkt [Link zu Google Maps], der hoch über der Küste bei Bolungarvík liegt. Von hier hat man einen weiten Blick über die Klippen, den Ozean und bei guter Sicht weit entlang der Küste der Westfjorde. Der kurze Abstecher nach oben lohnt sich vor allem bei klarem Wetter.
Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann die Wanderung zur Naustahvilft [Link zu Google Maps] machen. Der Weg führt oberhalb von der Fluglandebahn zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen tollen Blick auf den Fjord, die Dächer von Ísafjörður und den Fluglandeplatz hat. Eine kurze, aber sehr schöne Tour, um die besondere Lage der Stadt aus der Höhe zu erleben.
Neben diesen Ausflügen bietet Ísafjörður alles, was man unterwegs braucht: Einkaufsmöglichkeiten, Cafés, Restaurants und verschiedene Unterkünfte. Damit ist der Ort ein idealer Platz für eine Pause oder auch für eine Übernachtung während der Erkundung der Westfjorde.
Valagil Wasserfall – ruhige Wanderung durch ein grünes Tal
Der Valagil Wasserfall ist ein schönes Ziel für alle, die in den Westfjorden auch etwas wandern möchten. Vom Startpunkt nahe der Straße führt der Weg durch ein offenes, grünes Tal, das sich langsam Richtung Berge zieht. Schon der Weg dorthin ist sehr angenehm und ruhig.
Bis zum Wasserfall sind es etwa 3 Kilometer pro Weg, insgesamt also rund 6 Kilometer. Die Strecke ist technisch nicht schwierig, braucht aber etwas Zeit und eignet sich gut als entspannte Tour zwischen den Fahrten entlang der Küste.
Am Ende wartet der Wasserfall, der abgeschieden zwischen hohen Felsen liegt. Gerade weil Valagil nicht zu den bekannten Sehenswürdigkeiten der Westfjorde gehört, ist man hier oft fast alleine unterwegs. Wer mehr Zeit und Lust auf längere Touren hat, kann von hier aus auch noch weiter ins Tal hineinwandern und die Gegend intensiver erkunden.
Hólmavík und Súðavík – kleine Orte, Museen und heiße Quellen
Auf dem Weg in die Westfjorde oder beim Verlassen der Region kommt man an mehreren kleinen Orten vorbei, die sich gut für kurze Stopps eignen. Zwei davon sind Hólmavík und Súðavík, beide direkt an einem Fjord gelegen und angenehm ruhig.
Hólmavík ist vor allem für sein Museum zur Hexerei bekannt, das einen spannenden Einblick in die isländische Geschichte und alte Glaubensvorstellungen gibt. Der Ort selbst ist klein, bietet aber alles für eine kurze Pause, inklusive schöner Ausblicke über den Fjord.
In Súðavík befindet sich ein kleines Museum rund um den Polarfuchs, der in den Westfjorden noch relativ häufig vorkommt. In der Umgebung gibt es außerdem heiße Quellen und Hot Pots, die sich gut für eine entspannte Pause eignen, wenn das Wetter mitspielt. Beide Orte passen gut in eine gemütliche Erkundung der Region und lockern längere Fahrstrecken angenehm auf.
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Unterkünfte in den Westfjorden – ideal für Camper und Roadtrips
Die Auswahl an Unterkünften in den Westfjorden ist kleiner als in anderen Regionen Islands, dafür oft sehr schön gelegen. In und rund um die größeren Orte wie Ísafjörður, Hólmavík oder Súðavík gibt es Guesthouses, kleine Hotels und einfache Apartments, die sich gut für ein oder zwei Nächte eignen.
Für Camper ist die Region besonders attraktiv. Es gibt viele kleine Campingplätze mit viel Platz, oft direkt am Fjord oder mit Blick auf die Berge. Die Atmosphäre ist meist ruhig und entspannt, perfekt nach einem langen Fahrtag. Gerade in der Hauptsaison lohnt es sich trotzdem, nicht zu spät anzukommen, da die Plätze begrenzt sein können.
Wer flexibel reist und nicht jeden Stopp vorab festlegen möchte, findet in den Westfjorden sehr gute Bedingungen für spontane Etappen. Genau das macht die Region so ideal für einen Roadtrip.
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Beste Zeit für einen Besuch der Westfjorde und praktische Tipps
Die beste Zeit für einen Besuch der Westfjorde ist der Sommer. Dann sind alle Straßen geöffnet, die Tage sind lang und die Bedingungen für Wanderungen und Ausflüge entlang der Küste am besten. Außerdem ist dies die Zeit für die Vogelbeobachtung an den Klippen von Látrabjarg.
In der Nebensaison wird es deutlich ruhiger, allerdings können Wetter und Straßenverhältnisse schnell wechseln. Wer außerhalb des Hochsommers unterwegs ist, sollte sich regelmäßig über das Wetter in Island und mögliche Straßensperrungen informieren.
Im Winter sind die Westfjorde nur eingeschränkt zugänglich. Viele Straßen werden nicht geräumt, einige Orte sind zeitweise komplett abgeschnitten, und auch die Fahrbedingungen können anspruchsvoll sein. Dafür erlebt man die Region dann in einer ganz besonderen, fast schon rauen Stimmung – mit viel Schnee, wenig Licht und guten Chancen auf Nordlicht. Für klassische Roadtrips und Camper-Reisen sind die Westfjorde im Winter jedoch nur bedingt geeignet und eher etwas für erfahrene Winterfahrer.
Unabhängig von der Reisezeit gilt: Fahrzeiten nicht unterschätzen. Die Entfernungen wirken auf der Karte oft kurz, durch Fjorde, Pässe und Schotterstraßen dauert mancher Abschnitt aber deutlich länger als gedacht. Mit einem Mietwagen oder Camper ist man hier am flexibelsten und kann auch spontan an schönen Aussichtspunkten anhalten.
Fazit – warum die Westfjorde zu den schönsten Regionen Islands gehören
Die Westfjorde sind keine Region für schnelles Abhaken von Sehenswürdigkeiten. Hier geht es mehr um das Unterwegssein, die Weite der Landschaft und die Ruhe abseits der bekannten Routen in Südisland. Fjorde, Klippen, Wasserfälle und einsame Strände wechseln sich ab, ohne dass man ständig auf große Besucherströme trifft.
Gleichzeitig lassen sich die Westfjorde gut mit anderen Regionen Islands kombinieren. Besonders schön ist die Verbindung mit der Halbinsel Snæfellsnes, die oft als „Island im Miniaturformat“ bezeichnet wird. Während dort viele bekannte Highlights dicht beieinanderliegen und entsprechend mehr los ist, bieten die Westfjorde den perfektenKontrast mit deutlich weniger Menschen und viel mehr Ruhe.
Wer sich Zeit nimmt, erlebt hier eine Seite von Island, die oft unterschätzt wird. Gerade für Roadtrips und Camper-Reisen bieten die Westfjorde in Island ein besonders intensives Naturerlebnis – und für viele gehören sie am Ende zu den Regionen, die am meisten in Erinnerung bleiben.
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