Winterreise Island: Was den Mývatn im Winter besonders macht
Die Region rund um den Mývatn-See wirkt im Winter wie eine eigene kleine Welt. Schnee liegt über den Lavafeldern, Teile des Sees sind zugefroren und aus den geothermischen Gebieten steigt Dampf in die kalte Luft. Der Kontrast aus Eis, Schnee und warmen Quellen prägt die Landschaft – oft direkt nebeneinander.
Im Winter sind deutlich weniger Reisende unterwegs. Die Parkplätze sind meist fast leer und viele Wege wirken angenehm ruhig. Gleichzeitig ist weiterhin genug Infrastruktur vorhanden, sodass sich die wichtigsten Highlights gut erreichen lassen.
Der Mývatn eignet sich deshalb gut, um im Norden Islands nicht nur durchzufahren, sondern bewusst ein paar Tage zu bleiben und die verschneite Landschaft zu genießen. Die Wege sind kurz, die Region abwechslungsreich und selbst bei winterlichen Bedingungen lassen sich mehrere Spots unkompliziert miteinander verbinden.
Zu den bekanntesten Orten rund um den See zählen ein Vulkankrater, bizarre Lavaformationen und aktive Schwefelfelder. Welche Highlights sich im Winter besonders lohnen, zeigt der folgende Überblick.
Hverfjall – Vulkankrater mit weitem Blick über den Myvatn
Der Hverfjall zählt zu den markantesten Vulkankratern am Mývatn. Im Winter ist der gesamte Krater oft von Schnee bedeckt. Die klar erkennbare Kreisform bleibt trotzdem deutlich sichtbar – nur wirkt alles weicher und ruhiger als in den schneefreien Monaten. Vom Rand aus blickt man über den Mývatn-See, verschneite Lavafelder und die weite Landschaft Nordislands.
Der Aufstieg ist grundsätzlich unkompliziert, kann bei Schnee und Eis jedoch rutschig sein. Der Weg führt offen über den Hang, Wind gehört hier häufig dazu. Feste Schuhe mit gutem Profil sind wichtig, bei vereisten Bedingungen können Spikes für die Schuhe hilfreich sein.
Oben lohnt es sich, ein Stück oder am besten einmal um den gesamten Kraterrand zu gehen. Gerade im Winter wirkt die Runde besonders eindrücklich, weil sich die schneebedeckte Landschaft in alle Richtungen öffnet und kaum Ablenkung durch andere Besucher entsteht.
Am Hverfjall ist das Parken kostenpflichtig. Der Parkplatz liegt direkt am Fuß des Kraters und wird im Winter in der Regel geräumt, kann bei starkem Schneefall jedoch eingeschränkt sein.
Dimmuborgir – Verschneite Lavaformationen
Dimmuborgir ist ein weitläufiges Lavafeld östlich des Mývatn-Sees. Entstanden ist es durch einen Vulkanausbruch, bei dem sich ungewöhnliche Lavaformationen gebildet haben – mit Felstürmen, Bögen und bizarren Strukturen. Die Gegend ist eines der bekanntesten Fotomotive rund um den See und gilt als einer der markantesten Spots der Region.
Im Winter verändert sich das Bild deutlich. Schnee legt sich über die Lavaformen und betont ihre Konturen. Zwischen den Felsen verlaufen mehrere markierte Wege und Rundtouren, die auch in der kalten Jahreszeit gut machbar sind. Oft sind die Pfade festgetreten, stellenweise kann es jedoch glatt werden.
Je nach Wetter sind die Wege festgetreten oder leicht vereist. Mit Schuhen mit gutem Profil lässt sich das Gelände entspannt erkunden, bei glatten Stellen können Spikes hilfreich sein. Durch die vielen Lavaformationen fühlt sich das Gelände insgesamt etwas geschützter an als offene Flächen rund um den See.
CAMP EASY – Camper mieten in Island, ganz einfach.

Skútustaðagígar – Pseudokrater am Ufer des Mývatn
Skútustaðagígar sind keine klassischen Vulkankrater, sondern sogenannte Pseudokrater. Sie entstanden, als heiße Lava über nassen Untergrund floss und eingeschlossenes Wasser explosionsartig verdampfte. Zurück blieben mehrere runde Kraterhügel direkt am Ufer des Mývatn-Sees – eine der markantesten Lanfschaften in der Region.
Am Parkplatz befindet sich ein gut ausgestattetes Besucherzentrum mit Ausstellung, in der die Entstehung der Pseudokrater anschaulich erklärt wird. Gerade wenn man die geologischen Besonderheiten der Region besser verstehen möchte, lohnt sich ein kurzer Blick hinein. Toiletten und Informationstafeln sind ebenfalls vorhanden.
Von hier startet ein gut angelegter Rundweg, der um mehrere Krater herumführt und auf einige der Hügel hinaufleitet. Die kurzen Anstiege bieten weite Blicke über den See und die umliegende Winterlandschaft.
Hverir – Schwefelfelder am Fuß des Námafjall
Hverir liegt am Fuß des Námafjall und zählt zu den aktivsten geothermischen Gebieten rund um den Mývatn. Hier brodelt und dampft es aus zahlreichen Schlammtöpfen und Fumarolen, der Boden ist bunt gefärbt und riecht deutlich nach Schwefel. Der Ort wirkt fast unwirklich – besonders im Winter, wenn Dampf aus dem warmen Boden in die kalte Luft aufsteigt.
Die Wege führen über Holzstege und markierte Pfade durch das Gelände. Abseits davon sollte man sich nicht bewegen, da der Untergrund heiß und instabil sein kann. Auch bei Eis und Schnee bleiben die geothermischen Bereiche gut sichtbar, weil die warmen Stellen meist schneefrei sind.
Wer noch etwas höher hinaus möchte, kann auf den Námafjall hinaufgehen. Von oben eröffnet sich ein weiter Blick über das Geothermalgebiet und die umliegende Landschaft.
Am Hverir ist das Parken kostenpflichtig. Der Parkplatz liegt direkt an der Ringstraße und ist auch im Winter gut erreichbar.
Grjótagjá – Lavahöhle mit geothermischem Wasser
Grjótagjá ist eine kleine Lavahöhle in einem Riss im Vulkangestein östlich des Mývatn. Sie entstand durch vulkanische Aktivität, bei der das Lavagestein aufbrach und sich Spalten bildeten. In einer dieser Öffnungen sammelt sich geothermisch erhitztes Wasser – klar, tiefblau und je nach Aktivität unterschiedlich warm.
Bekannter wurde die Höhle durch eine Szene in der Serie Game of Thrones. Seitdem gehört sie für viele zu den festen Stopps am Mývatn – auch wenn sie eher klein und schnell erkundet ist.
Wichtig: Baden ist hier nicht vorgesehen und sollte unterlassen werden.
Calumet – finde die perfekte Reisekamera für dein nächsten Abenteuer

Nordlichter am Mývatn – gute Chancen im Winter
Der Norden Islands gilt als gute Region für Nordlichter – und rund um den Mývatn sind die Bedingungen im Winter oft sehr gut. Die Gegend ist dünn besiedelt, es gibt wenig künstliches Licht und viele offene Flächen mit freiem Blick auf den Himmel. Gerade die weite Landschaft rund um den See bietet zahlreiche dunkle Spots, ohne dass man lange fahren muss.
Ob sich Polarlichter zeigen, hängt von Sonnenaktivität und Bewölkung ab. Wer mehrere Tage am Mývatn bleibt, erhöht die Chancen Nordlichter zu sehen deutlich. Zur Planung gibt es hilfreiche Apps wie die My Aurora Forecast & Alerts die Bewölkung und Aurora-Aktivität kombiniert anzeigen.
Für Fotos lohnt es sich ein Stativ, warme Kleidung, eine Stirnlampe und etwas Flexibilität mitzubringen. Und selbst wenn sich die Lichter nur kurz zeigen: Schon wenige Minuten unter klarem Himmel können den Abend besonders machen.
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung – Wasserfälle im Norden Islands
Wer rund um den Mývatn etwas mehr Zeit einplant, kann die Region gut mit zwei der bekanntesten Wasserfällen im Norden Islands verbinden. Sowohl der Goðafoss als auch der Dettifoss lassen sich gut als Halb- oder Tagesausflug in die Island Winterreise integrieren.
Der Goðafoss liegt westlich des Mývatn in Richtung Akureyri und befindet sich direkt an der Ringstraße. Die breite, halbkreisförmige Form wirkt auch im Winter eindrucksvoll, wenn sich Eis am Rand bildet und das Wasser in der Mitte weiterfließt. Die Aussichtspunkte sind meist gut zugänglich und bieten aus verschiedenen Perspektiven einen schönen Blick auf den Wasserfall.
Der Dettifoss liegt nordöstlich des Mývatn und zeigt eine ganz andere Dimension. Er gilt als einer der wasserreichsten Wasserfälle Europas und wirkt deutlich kraftvoller und wilder als der Goðafoss. Im Winter erreicht man den Dettifoss nur über die Westseite von wo aus ein Weg zu einer Aussichtsplattform nahe der Schlucht führt. Durch die starke Gischt kann es dort schnell glatt werden – der Blick direkt auf die Fallkante ist jedoch beeindruckend. Vor der Anfahrt lohnt sich ein kurzer Check der aktuellen Straßenbedingungen.
Myvatn im Winter – Straßen, Unterkünfte & Camping
Auch im Winter ist der Myvatn gut erreichbar. Die Ringstraße und wichtige Verbindungen im Norden Islands werden geräumt, sind jedoch häufig schneebedeckt. Vorsichtiges Fahren gehört in dieser Jahreszeit dazu, ebenso ein regelmäßiger Blick auf Wetter- und Straßenlage.
Rund um den Myvatn gibt es auch im Winter geöffnete Unterkünfte. Viele Hotels und Gästehäuser bleiben ganzjährig in Betrieb, da die Region ein beliebtes Ziel für Winterreisen und Nordlichter ist. Wer mehrere Tage bleibt, findet daher ausreichend Möglichkeiten, zentral in Seenähe zu übernachten.
Alternativ kannst du auch in Akureyri übernachten und von dort aus mit dem Mietwagen Tagesausflüge in die Region rund um den Mývatn unternehmen. Die Strecke ist gut machbar und bietet sich an, wenn du nordisches Stadtleben mit Ausflügen in die Natur kombinieren möchtest.
Für Camper ist der Campingplatz Vogar eine gute Anlaufstelle, da er auch im Winter geöffnet ist – wenn auch mit reduziertem Service. Wie überall in Island gilt: Wildcampen ist nicht erlaubt, offizielle Plätze sind die richtige Wahl.
Bist Du auf der Suche nach einem Hotel oder einer Unterkunft?
Auf
Booking.com*findest du die besten Angebote für den nächsten Städtetrip.
Fazit – Lohnt sich der Mývatn im Winter?
Der Mývatn im Norden Islands ist im Winter kein Ort für einen schnellen Fotostopp, sondern eine Region, in der man bewusst ein paar Tage bleiben sollte. Die Wege zwischen den Highlights sind kurz, die Landschaft wirkt weit und ruhig, und viele Spots lassen sich auch bei winterlichen Bedingungen gut erreichen.
Gerade die Mischung aus Vulkankratern, Lavaformationen, geothermischen Feldern und Wasserfällen macht die Gegend sehr abwechslungsreich. Dazu kommen gute Chancen auf Nordlichter, die eine Island Reise im Winter zu einem unvergesslichen Abenteuer machen.
yesim – Deine Lösung für Internet auf Reisen
Bist Du auf der Suche nach einer einfachen und kostengünstigen Lösung für Datenroaming auf Reisen? Finde attraktive Angebote bei yesim*.
